Sophie Charlotte

... vom hohen Anspruch geadelter Tapeten

Was haben Tapeten und alter Adel gemeinsam? Beide stehen sie für die Liebe zur Klassik und das Verfechten altehrwürdiger Tradition. Oft ist es aber auch ein reger Antrieb, mit der Moderne Schritt zu halten sowie das Bewusstsein für die Schönheit der Natur, das beide teilen. Aller Zweifel für ein harmonisches Miteinander vergeht jedoch, wenn das Stöbern im Archiv eine grandiose Entdeckung aus dem Jahre 1926 hervorbringt.
Mitte der 1920er erlebte die Tapetenbranche eine Umbruchs- und Aufbruchszeit. Weg von Nachahmungen und Imitaten, sollte "Neues" für die Wand erschaffen werden. Zum ersten Mal kaufte die Tapetenfabrik Rasch namhafte Künstlerentwürfe ein. So kam frischer Wind ins Bramscher Atelier und man entdeckte zeitgenössische, modisch-expressive Ideen und Dekore, die zu dieser Zeit revolutionär waren.
So stieß der damalige Geschäftsführer Dr. Emil Rasch auf eine hochtalentierte, junge Dame aus adeligem Hause. Die Idee für die sogenannten Künstlerkollektionen war geboren. "Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen" hieß eines der ersten Projekte und mit der Sonderkarte "Moderne Wandkunst" nutzte man Entwürfe von eben dieser Herzogin namens Sophie Charlotte von Oldenburg, die geschmackvoll in Tapetenkunst umgesetzt wurden.
Die junge Frau war für die hohe Qualität ihrer Zeichnungen bekannt und hatte ein außergewöhnliches Händchen für Kolorits. In ganz natürlichen Formen stilisierte sie flächig Blumen auf Tapetengrund. Ein starker japonistischer Einfluss spiegelt sich in dem lebendigen Kolorit wider, das effektvoll wenige Farben einsetzt. Nicht umsonst hieß es damals in den Werbeanzeigen: "Interessante, neuartige Zeichnungen und reizvolle Kolorits, kaum übertrefflich in der selten feinen Abtönung der Farben. Für Händler mit verwöhnter Kundschaft eine ganz aparte Sache."

2015 erfährt die 1926 so beliebte Künstlerkollektion ein Revival. Mit aktuellen Farben haucht das Bramscher Atelier den antiken, aber keinesfalls antiquierten Mustern neues Leben ein. Der besondere Clou: Rasch geht mit dieser Kollektion einen zukunftsträchtigen Schritt weiter und produziert diese Tapeten CO²-neutral. Dabei unterstützt die Tapetenfabrik ein Wiederaufforstungsprojekt in Panama und engagiert sich, neben der Verschönerung unseres Zuhauses, für den Erhalt unserer Wälder.

Und nun verstehen Sie, weshalb altehrwürdiger Adel und Tapeten doch vieles gemeinsam haben. Dieser historische Archivfund hätte wohl kaum besser in den heutigen Geschmack umgesetzt werden können und zeigt mit feinem Pinselschwung und modernster Produktion, welch hohe Verantwortung wir alle für unsere Natur tragen, damit sie unser Leben lang Pate für unendlich schönes Wohnen bleibt.